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Brandabschottung im Gebäudeschutz

Bei der Planung oder Sanierung eines Gebäudes stellt der Brandschutz eine wesentliche Komponente Im Bereich der Sicherheit dar. Strenge gesetzliche Auflagen regeln im Detail, wie ein ausreichender Brandschutz erreicht wird. Wir haben viel Erfahrung auf diesem Gebiet und kümmern uns um die Einhaltung der gesetzlichen Brandschutzvorschriften für Ihr Bauprojekt.

 

Begriffe und Vorschriften

Neben der feuerresistenten Ausbildung der Konstruktion, raumabschließenden Bauteilen und Türen sowie der sicherheitstechnischen Ausstattung mit Löschsystemen stellen Wanddurchbrüche für Rohrleitungen und Kabel eine besondere Gefahrenquelle dar, insbesondere in Brandabschnittswänden. Hier kann es durch die Kanalwirkung zu einer blitzartigen Ausbreitung von Flammen und Rauch kommen. Daher müssen diese Durchbrüche fachmännisch und feuerwiderstandsfähig ausgeführt werden.

 

Wir beraten Sie kompetent und unverbindlich: Sie erreichen uns via Telefon unter 02173 999 44 90 oder das Kontaktformular.

 

Der Paragraph 40 Absatz 1 der Musterbauordnung (MBO) regelt die entsprechenden Auflagen an den Brandschutz. Um Rohre und Leitungen durch feuerhemmende Bauteile zu führen, bedarf es einer speziellen Brandschottung, die den Leitungen die gleiche Feuerwiderstandsklasse garantiert, welche das Bauteil besitzt. Als Alternative können die Rohre und Leitungen in Installationsschächten verlegt werden, die dann auch an ihren Eintritts- und Austrittöffnungen die gleiche Feuerresistenz aufweisen müssen wie das raumabschließende Bauteil.

 

Lediglich bei einigen kleineren Gebäuden und innerhalb von Wohnungen erlaubt der Gesetzgeber einige Ausnahmen, die in der Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) definiert werden. Auch einzelne elektrische Leitungen, einige nichtbrennbare Rohrmaterialien und einige dünne Rohre fallen unter die Sonderregelungen. Generell sollten Sie aber davon ausgehen, dass Brandschotte notwendig sind, sobald es um Rohrleitungen in Gebäuden geht.

 

Die Anforderungen an Brandabschottungen werden in der DIN 4102-11 aufgeführt. Es wird unterschieden zwischen Schotten für Rohre und Kabel:

  • Rohrabschottungen gibt es in den Ausführungen R 30, R 60 und R 90, wobei die Zahl jeweils die Feuerwiderstandsdauer in Minuten darstellt.
  • Kabelabschottungen tragen die Kennzahlen S 30, S 60 und S 90.

 

Bei Brandschottungen für Kabel ist zusätzlich zu beachten, die zulässige Belegungsdichte nicht zu überschreiten. Auch sollte genug Reserve (etwa 40 Prozent) für spätere Nachbelegungen eingeplant werden. Wir kennzeichnen die Kabelabschottung mit einem Typenschild, das folgende Angaben enthält:

 

  • Der Typ des Schotts
  • Feuerwiderstandsklasse S
  • Herstellungsjahr

 

Sinn der Brandabschottung

Brandschotte spielen bei der Planung der Maßnahmen des Brandschutzes für ein Gebäude eine Schlüsselrolle. Während raumabschließende Bauteile relativ einfach durch geeignete Schichtdicken oder Materialien feuerwiderstandsfähig ausgeführt werden können, sind Rohr- und Kabel-Durchbrüche potenzielle Schwachstellen, die ein erhebliches Risiko darstellen. Daher bedarf es einer fachgerechten Abschottung dieser Bauteile durch ein im Brandschutz spezialisiertes Unternehmen.

 

Die E+K Gruppe bietet Ihnen als mittelständiger Fachbetrieb eine umfangreiche und unverbindliche Beratung: Sie erreichen uns via Telefon unter 02173 999 44 90 oder das Kontaktformular.

 

Anders gesagt: Die massivste Mauerwand nützt Ihnen im Brandfall nur wenig, wenn sie von ungeschützten PVC-Rohren durchquert wird, die bei Hitze innerhalb von wenigen Sekunden schmelzen und dann dem Feuer und Rauch schnell den Weg zur Ausbreitung in weitere Gebäudeabschnitte ebnen.

 

Im Brandschutz spielt die Abschottung des Gebäudes in mehrere, unabhängige Brandabschnitte eine tragende Rolle. Hierdurch wird die Ausbreitung des Feuers wesentlich verzögert, im besten Fall kann sogar ein Übergriff des Feuers auf weitere Gebäudeabschnitte komplett verhindert werden, weil die Feuerwehr schnell genug den Brandherd im betroffenen Abschottungsbereich löschen kann.

 

In jedem Fall garantiert das System der Brandschottung jedoch im Feuerfall ausreichend Zeit, um das Gebäude zu evakuieren, bevor tragende Strukturen versagen und das Gebäude einstürzt. Daher werden die Bauteile je nach Wichtigkeit für ihre Rolle in der Tragstruktur in mehrere Brandklassen eingeteilt, die von 30 bis 120 Minuten Feuerwiderstandsdauer gewährleisten.

 

Unser Brandschott Portfolio

Wir sind Spezialisten in allen Fragen rund um Brandschotte und beraten Sie gerne ausführlich zu Ihrem Bauprojekt. Egal, ob es sich um ein Privatgebäude, ein gewerbliches Gebäude, eine Industrieanlage oder ein Parkhaus handelt, wir bieten Ihnen die speziell an Ihre Anforderungen angepassten Abschottungen an.

 

Unser Portfolio umfasst unter anderem:

 

Kabelschott

 

Diese Form der Abschottung kommt bei der Elektroinstallation zum Einsatz. Leitungen oder Kabelstränge werden auf verschiedene Art und Weise mit passenden Materialien verkleidet bzw. abgedichtet, so dass weder Rauch noch Feuer entlang der Kabel in weitere Bereiche des Gebäudes gelangen können.

 

Dabei bieten sich im Wesentlichen drei verschiedene Materialien an:

  • Spezialmörtel für das dauerhafte Einmörteln der Leitungen. Diese Möglichkeit bietet sich besonders bei Massiv-Wänden und -Decken an.
  • Spezialschaum für das leichte Ausfüllen der Hohlräume bei Durchführungen. Diese Variante eignet sich besonders für Leichtbau-Elemente und schwierig zugängliche Stellen.
  • Außerdem gibt es spezielle Fertigabschottungen, die als Fertigbauteil die Kabel und Leitungen aufnehmen. Dies sind im Allgemeinen elastische Formteile aus einem geeigneten, feuerresistenten Material.

 

Wir beraten Sie gerne über die verschiedenen Anforderungen und die Maximalbelegung mit Leitungen, die pro Durchbruch bzw. Installationskanal erlaubt ist.

 

Immer wenn es um Kabel und Leitungen in der Elektroinstallation geht, kommt bei brandschutztechnisch relevanten Durchbrüchen das Kabelschott zum Einsatz. Generell empfehlen wir Kabelschotte jedoch auch bei allen anderen Durchbrüchen, auf diese Weise schließen Sie den Restraum zwischen Kabeln und Wand und verhindern überall das Übertragen von Rauch, Gerüchen und Insekten von einem Raum in einen anderen.

 

Es gibt verschiedene Arten von Kabelschotten, auf die wir weiter unten näher eingehen werden.

 

Rohrschott

Diese Form der Abschottung findet bei allen Durchbrüchen für Rohrleitungen Anwendung. Dies können Abwasserrohre, Wasserrohre, Heizungsrohre oder Lüftungsrohre sein. Gasrohre dürfen dagegen generell nicht eine Brandschutztrennwand durchdringen.

 

Im Wesentlichen kommen für Rohrabschottungen drei Methoden in Betracht:

  • Spezialmörtel für das Verschließen der Restöffnung in massiven Wänden.
  • Spezialschaum für die Rohrdurchführung in feuerwiderstandsfähigen Leichtbau-Wänden oder -Decken. Diese Möglichkeit kann auch die Durchführung an schwer zugänglichen Orten erleichtern.
  • Fertigbauteile zur Rohrdurchführung. Hierzu gehören auch Manschetten.

 

Bei brennbaren Rohrmaterialien sind in jedem Fall, zusätzlich zum Schließen der Restöffnung, umlaufende Rohrmanschetten mit ausreichender Länge zu montieren.

 

Auch bei dieser Art der Abschottung geben wir Ihnen gerne ausführliche Informationen an die Hand.

 

Brandschotte für Rohre werden nicht nur in Abhängigkeit von den räumlichen Gegebenheiten geplant, sondern hängen auch von dem Durchmesser der Rohre, ihrer Anordnung und den darin geführten Medien ab. Es gibt einige Brandschottsysteme, die flexibel genug sind, um direkt auf der Baustelle der jeweiligen Einbausituation angepasst zu werden. Diese zählen zu den wirtschaftlichsten Lösungen.

 

Dabei unterscheiden sich die Lösungen in Schotte für brennbare und nicht brennbare Rohre. Einzelheiten regelt die DIN 4102-11.

 

Gerne beraten wir Sie bei Ihrem Bauvorhaben. Sie erreichen uns via Telefon unter 02173 999 44 90 oder das Kontaktformular.

 

Kombischott

 

In manchen Fällen werden Kabel und Rohre durch die gleiche Öffnung geführt. In diesem Fall bieten sich sogenannte Kombischotte an, die beide Installationen sicher verschließen. Wir haben auch für diesen Fall die passenden Lösungen parat.

 

Als Kombischotte werden Brandschotte bezeichnet, die sowohl elektrische Kabel als auch – flüssige oder gasförmige Stoffe transportierende – Rohrleitungen aufnehmen. Wichtig ist eine sorgfältige Vorplanung aller beteiligten Gewerke, um die Durchbrüche möglichst exakt zu lokalisieren und die Leitungsführung der Kabel und Rohre optimal zusammenzuführen.

 

Durch die rechtzeitige Planung von Kombischotten kann die Anzahl der notwendigen Durchbrüche im Gebäude deutlich reduziert werden. Gleichzeitig kann es bei Sanierungen oder Gebäudeerweiterungen notwendig werden, zusätzlich Leitungen zu verlegen, so dass ein ursprünglich nur für ein Medium genutzter Durchbruch plötzlich kombinierte Leitungssysteme aufnehmen muss.

 

Wir helfen Ihnen, die für Ihr Projekt optimale Kombilösung zu finden, und klären Sie über Möglichkeiten und Kosten auf.

 

Weichschott

Die am meisten verwendete Form der Abschottung ist das Weichschott. Es besteht im Allgemeinen aus einer Mineralfaserplatte mit einer nachträglichen Spezialbeschichtung, die baustellenseitig nach Durchführung aller Leitungen aufgebracht wird. Es gibt Ablationsbeschichtungen, die durch Endothermie isolieren, sobald ein Feuer ausbricht, und Beschichtungen, die im Feuerfall aufschäumen und dadurch eine Isolationsschicht bilden. Diese Spezialbeschichtung wird auch in einer vorgeschriebenen Länge auf die durchgeführten Leitungen und Trassen aufgetragen.

 

Mineralfaserschotte eignen sich für alle Arten von Medien: Kabel, Rohre und Kombischotte, bevorzugt in mittleren bis großen Schottöffnungen. Wir arbeiten nur mit für den Brandschutz zertifizierten Produkten. Bei sehr kleinen Durchbrüchen eignen sich besser Mörtel- oder Schaum-Schotte.

 

Schaumschotte sind daher die ideale Lösung für kleinere Durchbrüche von Kabeln oder Rohren. Sie bestehen aus einem Zweikomponentenschaum, der in der Öffnung aushärtet und im Brandfall aufschäumt.

 

Mörtelschott

Ein Mörtelschott, auch Hartschott genannt, verschließt Wand- oder Deckendurchbrüche mit einem speziellen Brandschutzmörtel.. Bei dieser Lösung ist eine Mindestdicke der Mörtelschicht einzuhalten, die im Allgemeinen 20 Zentimeter beträgt. Außerdem muss bei dieser Art von Abschottung auch die maximale Leitungsbelegung beachtet werden, die in etwa maximal 60% der Gesamtöffnung beträgt, um sicherzustellen, dass ausreichend Mörtelmasse vorhanden ist.

 

Das Hartschott findet in erster Linie Anwendung bei Durchbrüchen in Massivwänden und Massivdecken und wird entweder per Hand, oder bei größeren Durchbrüchen auch per Pumpe oder Presse, eingebracht. Besonders geeignet ist es für den Einbau von Brandschutzklappen, Brandschutztüren und Lüftungsleitungen. Wir achten darauf, dass nur ein Brandschutzmörtel zur Anwendung kommt, der die Brandschutzanforderungen nach MBO bzw. MLAR erfüllt.

 

Die E+K Gruppe berät Sie gerne, welcher Brandschott für Sie der Beste ist. Rufen Sie gleich unter 02173 999 44 90 an oder schreiben Sie uns via Kontaktformular.

 

Formteilschotte

Eine weitere Möglichkeit der Abschottung besteht in dem Einsatz von Fertigformteilen, auch Modulsteine genannt, aus einem Spezialschaum. Diese werden ähnlich wie Mauerziegel in die Öffnung eingesetzt und an die Rohrleitungen angepasst. Kleine Restöffnungen verschließen wir anschließend mit einem Brandschutzschaum aus der Kartusche. Genau wie die Weichschotte schäumen die Formteile im Brandfalle auf und bilden eine Isolierschicht.

 

Ferner gibt es Brandschutzkissen, die aufschäumendes Material in einem Glasfasergewebe enthalten und in die Öffnung gestapelt werden, und Kabelboxen. Letztere sind Formteile aus Metall, die im Innern einen Brandschutzschaum enthalten und speziell für die brandsichere Durchführung von Kabeln gedacht sind. Im Brandfall schäumen beide Produkte, genau wie die Formteile, auf und bilden eine wirksame Sperre gegen die Ausbreitung der Flammen und des Rauchs.

 

Brandschutzmanschetten

In einigen Fällen sind Rohrmanschetten als Abschottung ausreichend, in anderen Fällen zusätzlich zur bestehenden Abschottung vorgeschrieben. Wir beraten Sie im Einzelfall über die genauen Vorschriften.

 

Nicht vorgeschriebene Abschottungen

Gesetzlich nicht vorgeschriebene Brandschotte in den weiteren Durchbrüchen eines Gebäudes oder bei Leitungen und Rohren, die nicht unter die Musterbauverordnung fallen, können natürlich einfacher und günstiger ausgeführt werden, bieten Ihnen aber über die Verordnung hinaus zusätzliche Sicherheit und mehr Komfort im Gebäude.

 

Fragen Sie uns, wir sind Spezialisten im Brandschutz und beraten Sie umfassend zu Ihrem Bauprojekt!

 

Bildnachweis: Jens Molin – shutterstock.com

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