Rauchwärmeabzüge (RWA): einfach erklärt

Rauchabzüge Wartung und Verkauf
4.5
(44)

Rauchwärmeabzugsanlagen sind eine wichtige Komponente im Gebäude-Brandschutz. Ihre Aufgabe besteht darin, im Brandfall entstehende Rauchgase und Brandwärme so schnell wie möglich nach außen abzuleiten, und bilden damit einen wesentlichen Faktor im Personenschutz.

 

Begriffsklärung

Es gibt sowohl verschiedene Namen als auch verschiedene Systeme zur Ableitung, daher beginnen wir zunächst mit einer Übersicht über die am Markt befindlichen Systeme und ihre Bezeichnungen.

Die verbreitetsten Namen sind: Rauchabzüge, Rauchabzugsanlagen, Rauchwärmeabzüge bzw. die Abkürzung RWA, usw. Aber wie unterscheiden sich diese, und welche Formen gibt es?

Grundsätzlich müssen RWA in zwei Oberklassen unterteilt werden:

Natürliche Rauchabzugsanlagen (NRA) und Maschinelle Rauchabzugsanlagen (MRA).

Die natürlichen Rauchabzüge öffnen sich im Brandfall mechanisch oder netzunabhängig, elektrisch und automatisch durch die entstehende Wärme. Einmal offen, entweichen Rauch und Wärme selbstständig ohne jegliche weitere Hilfe, lediglich durch Ausnutzung des thermischen Auftriebs.

Dagegen handelt es sich bei den Maschinellen Rauchabügen um ein Abzugssystem, das über eine gesicherte, netzunabhängige Energieversorgung gespeist wird und die Rauchgase mit Hilfe von Turbinen oder Ventilatoren aus dem Gebäude absaugt.

Innerhalb dieser beiden Grundtypen existieren nun eine Reihe von Varianten der RWA. Es gibt reine Rauchabzugsanlagen und Rauchwärmeabzüge. Letztere führen nicht nur die Rauchgase, sondern auch die entstehende Hitze sicher ab. Ein Rauchabzug dient immer auch gleichzeitig als Wärmeabzug, während umgekehrt ein spezieller Wärmeabzug nicht gleichzeitig auch ein Rauchabzug ist. Dies hängt mit der wesentlich späteren Aktivierung zusammen, die erst über Hitze ausgelöst wird.

 

Beratung, Verkauf, Installation und Wartung von der E+K Gruppe: Sie erreichen uns via Telefon unter 02173 999 44 90 oder das Kontaktformular.

 

Funktionsweise von Rauchabzugs-Systemen

Rauch-Wärme-Abzugsanlage
Bildquelle: De rawcapPhoto – shutterstock.com

Im Fall einer Rauchentwicklung, also in den meisten Fällen noch lange vor der Hitzeentwicklung durch Flammen, werden bereits sehr frühzeitig die entdeckten Rauchgase durch das System sicher abgesaugt. Dadurch werden vor allen Dingen zwei wesentliche Aspekte des vorbeugenden Brandschutzes sichergestellt:

 

  1. Eine Sichtbehinderung durch Rauch wird verhindert. Auf diese Weise bleiben Fluchtwege gut sichtbar, das Gebäude kann schneller evakuiert werden und Panik wird vermieden. Der Feuerwehr wird ihre Arbeit durch bessere Sicht erleichtert.
  2. Eine Rauchvergiftung wird vermieden. Giftige Rauchgase oder Kohlenmonoxid werden schnell abgeführt, Personen bleibt Zeit, das Gebäude zu verlassen, ohne eventuell bewusstlos zu werden.

 

Weil alle Typen von Bränden zunächst Rauch entwickeln, können Rauchabzugs-Anlagen bereits in einem sehr frühen Stadium helfen, eine sichere Evakuierung des Gebäudes durchzuführen, lange bevor andere Brandschutzsysteme auslösen, die erst unter Hitze- oder Feuereinwirkung ansprechen.

Davon abgesehen gibt es auch viele Brände, die sich völlig ohne Feuer und Hitze entwickeln, wie Kabel- und Schwelbrände. Diese bleiben oft längere Zeit unbemerkt, können Personen im Schlaf überraschen und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod führen.

Ein Rauchmelder alleine weckt zwar bestenfalls die Personen, verhindert aber nicht, dass auf dem Fluchtweg bereits giftige Gase eingeatmet werden und unter Umständen bereits eine gefährliche Sichtbehinderung besteht.

Mit einer RWA wird auf diese Weise wertvolle Zeit gewonnen, und die Evakuierung kann bereits ohne Hitze und die Gefahr von Verbrennungen eingeleitet werden. Daher kommt besonders einer Rauchabzugsanlage im Treppenhaus besondere Bedeutung zu. Dieses ist im Notfalle der einzige Fluchtweg für alle Personen im Gebäude.

Die Rauchabzugsanlage wird durch geeignete Sensoren bereits im Anfangsstadium eines Brandes und lange vor Ausbruch eines Feuers aktiviert.

 

Komponenten von Rauchabzugs-Systemen

Der korrekte Betrieb einer Rauchabzugsanlage wird durch viele weitere Komponenten sichergestellt, die alle eine wichtige Funktion in der Gesamtanlage übernehmen, und nur im Zusammenspiel eine einwandfreie Entsorgung der Rauchgase und entstehenden Hitze garantieren. Außerdem muss eine fachgerechte RWA Anlagen Wartung sichergestellt werden.

 

Aktivierung der Anlage

Auslöser einer RWA
Kennt jeder: Das ist ein klassischer Auslöser einer RWA.

Eine sehr wichtige Funktion kommt den Komponenten zur Aktivierung der Anlage zu. Eine RWA kann auf folgende Arten ausgelöst werden:

  • Optische Rauchmelder (lokal)
  • Thermische Auslöser (lokal, in der Regel Glaskolben)
  • Handauslöser (lokal, in der Regel durch Glasscheibe geschützt)
  • Zentrale Brandmeldeanlage
  • Manuelle, zentrale Auslösung (Testbetrieb und Wartung)

Nach der Auslösung im Notfall müssen die manuellen Ausschalter blockiert sein (Vorrangschaltung). Dagegen muss ein Zurückstellen (Reset) der Anlage durch die Feuerwehr jederzeit möglich sein. Ebenfalls muss der Betriebszustand der RWA erkennbar sein.

 

Energieautonomie

Eine weitere vorgeschriebene Komponente ist die Energieautonomie der Rauchabzugsanlage. Dies soll verhindern, dass im Brandfall bei einem Stromausfall oder einer Druckbehälterbeschädigung die RWA ausfällt. Daher ist bei einer elektrisch angetriebenen Anlage ein zentrales Notstromaggregat, und bei einer hydraulisch betriebenen Anlage die Versorgung über Druckgasflaschen oder einen speziellen Druckkessel gesetzlich vorgeschrieben.

Die Rauchabzugsvorrichtung selbst besteht schließlich aus einem Rohrsystem ohne oder mit Saugunterstützung. Bei der NRWG (Gerät mit natürlichem Abzug) verlassen die Gase und die Wärme allein durch die Thermik das Gebäude. Der Vorteil ist die günstige und energielos funktionierende Bauweise, allerdings birgt diese Technik einen entscheidenden Nachteil: „Kalte“ Rauchgase von Schwelbränden werden nicht effektiv entsorgt.

Im modernen Brandschutz werden heute überwiegend Systeme mit MRA (Maschinellem Rauchabzug) eingebaut. Diese verfügen über Ventilatoren bzw. Turbinen, die unabhängig von der Temperatur der Rauchgase diese vollständig und sicher absaugen. Oftmals ist auch keine durchgehende vertikale Verlegung der Abzugskanäle möglich, in diesem Falle würde der thermische Auftrieb überhaupt nicht funktionieren.

 

Zuluftanlage

Aber es fehlt noch eine weitere Komponente, die eine RWA erst komplett macht, ohne sie würde die Anlage nämlich nur wenige Momente funktionieren. Eine exakt proportionierte Zuluftanlage, im Allgemeinen mit der gleichen Leistung wie die Absaugung, muss dafür Sorge tragen, dass beim Absaugen der Rauchgase kein Unterdruck im Gebäude entsteht. Dieser hätte die fatale Folge, dass der Rauch oder sogar Flammen in das Gebäude zurückschlagen könnten, bzw. am Absaugen gehindert würden.

Als gefährlicher Nebeneffekt könnten durch den entstehenden Sogeffekt aber auch Fluchttüren geschlossen, Brandschutztüren ungewollt geöffnet oder Luft über Fenster angesaugt werden, was unter Umständen den Brandherd mit Sauerstoff versorgen und den Brand noch anfachen könnte.

Wie Sie sehen, ist eine Rauchabzugsanlage inklusive Wartung ein hochkomplexes System, das nur durch autorisierte Fachfirmen installiert und gewartet werden darf. Unser Team von der E+K Gruppe bringt die lange Erfahrung und das technische Wissen mit, welche das wichtige Thema des Brandschutzes mit sich bringt.

 

Wir beraten Sie gerne: Sie erreichen uns via Telefon unter 02173 999 44 90 oder das Kontaktformular.

 

Rauchabzugsanlage Wartung

Rauchabzugsanlagen werden nach der deutschen DIN 18232 und der europäischen DIN EN 12101 projektiert. Diese regelt im Detail die Anforderungen an die Gesamtanlage und ihre einzelnen Komponenten. Aber auch die Landesbauordnungen greifen in bestimmten Aspekten. Daher handelt es sich um ein sehr komplexes Thema, das nur von Fachfirmen wie uns korrekt gehandhabt werden kann.

Die Kalkulation beinhaltet unter anderem die Mindesthöhe der angestrebten raucharmen Schicht in Räumen und Fluchtwegen. Im Allgemeinen muss diese 2,5 Meter Höhe betragen. Auch Ermittlung und Positionierung von Rauchschürzen zum kontrollierten Entsorgen von Rauch gehören zu unseren Aufgaben.

Ähnlich verhält es sich mit der gesetzlich vorgeschriebenen, jährlichen Wartung. Alle Anlagenteile müssen auf einwandfreie Funktion überprüft werden. Dies fordert sowohl die MBO (Musterbauordnung) als auch die DIN EN 12101. Der Betreiber von RWA ist für das einwandfreie Funktionieren der Anlage verantwortlich und haftet bei dem Versagen im Notfall für Personenschäden.

Daher kümmern wir uns als zertifizierter Partner um Ihre RWA Anlage samt Wartung, Instandsetzung und Reparatur, damit Sie die beruhigende Sicherheit haben, alle Brandschutzanforderungen erfüllt zu haben, die im Notfall Menschenleben retten können. Gerade die Rauchabzugsanlage im Treppenhaus ist lebenswichtig.

Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf, die E+K Gruppe ist als Fachbetrieb für den Brandschutz zertifiziert und kennt alle Details zur sicherheitstechnischen Ausstattung Ihres Gebäudes!

 

Vielleicht auch interessant: Brandschottung: Kabeldurchführungen rauch- und feuerfest verschließen.

Bildquelle des Titelbildes: Bildquelle: okarlo – stock.adobe.com

Wie hilfreich war diese Seite?

Klicken Sie auf die Sterne, um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 4.5 / 5. Anzahl Bewertungen: 44

Bisher keine Bewertungen.

Es tut uns leid, dass der Beitrag für Sie nicht hilfreich war.

Wir würden diese Seite gerne verbessern.

Was können wir Ihrer Meinung nach an dieser Seite optimieren?